Was ist MSK eigentlich?

MSK steht für „Modern Sports Karate" und entstammt ursprünglich dem Hochschulsport. Anfang der 1970er Jahre begann eine Gruppe von Karatesportlern verschiedener Stilrichtungen am Sportinstitut der RWTH Aachen, typische Wettkampfsituationen mit dem damals neu aufgekommenen Videosystem zu analysieren.

Initiator und Kopf der Gruppe war Rudolf Jakhel - damals Doktorand, Jugoslawischer Vize-Meister, Mitglied im Nationalkader und Dritter bei der EM in Paris 1971. Heute ist Dr. Jakhel Träger des IX. Dans, Technischer Direktor von Modern Sports Karate Associates International und Dozent für Sportwissenschaft an der Universität Ljubljana.

Die Ergebnisse der Arbeit waren:

 

Merkmale

Modernes Sport-Karate unterscheidet sich durch drei wesentliche Merkmale von den klassischen Karatestilen, wie sie in den meisten Karateschulen zu finden sind:

  1. durch ein klares Lehrsystem, das didaktischen Prinzipien folgt und so in relativ kurzer Zeit zu erstaunlichen Trainingsergebnissen führt,
  2. durch die eindeutige Ausrichtung auf den Sportkampf,
  3. durch die Bewegungsabläufe, die nach sportwissenschaftlichen Erkenntnissen optimiert wurden.

Durch seine Ausrichtung auf den Sportkampf umfasst das Technikrepertoire des MSK nur solche Aktionen, die im Sportkampf tatsächlich und auf die erlernte Art und Weise angewendet werden können. Die Entwicklung der Bewegungsabläufe nach sportwissenschaftlichen Erkenntnissen macht es möglich, eindeutig zu begründen, warum die Bewegungen diese oder jene Form besitzen müssen. Eindeutig definierte Bewegungsformen wiederum sind eine wichtige Voraussetzung für einen sportlichen Wettkampf, bei dem ja gemessen werden soll, wie gut die Teilnehmer die sportlichen Fähigkeiten beherrschen; und der Karatesportkampf ist in erster Linie ein Vergleichskampf, in dem die Teilnehmer demonstrieren, wie sie die Karatetechniken und -taktiken beherrschen. Daher kämpft man im Karatesportkampf grundsätzlich sauber, das heißt so, dass alle Angriffe in ausgeprägter und offensichtlicher Form ausgeführt werden.

Um zu erreichen, dass auch wirklich auf dieses Ziel hin trainiert wird, werden später im Wettkampf auch nur solche Angriffe von den Wertungsrichtern als erfolgreich gewertet, die grundlegende Züge der erlernten Idealbewegung aufweisen. Damit die Kämpfer in der Lage sind, diese Bedingung des „sauberen" Kampfes zu erfüllen, liegt im MSK der Schwerpunkt des Trainings auf dem Erlernen der Idealabläufe der verschiedenen Techniken und Taktiken.

Auf Sicherheit wird besonders viel Wert gelegt. Kontakt zu "empfindlichen" Stellen wie Wirbelsäule, Knie und unter der Gürtellinie ist ausdrücklich verboten. Das allgemeine Verletzungsrisiko ist deutlich geringer als bei vielen populären Nicht-Kampfsportarten wie zum Beispiel Fußball, Volleyball, Ski oder Tennis.

MSK verzichtet zugunsten einer Europäisierung des Karate weitgehend auf die Traditionen und Riten der klassischen Karaterichtungen. So werden anstatt der japanischen Bezeichnungen nur Bezeichnungen in der jeweiligen Landessprache benutzt. Ausnahmen bilden nur die sogenannten Formen (jap. Kata). Diese haben lateinische Namen: Forma Prima, Forma Secunda, Forma Tertia, Forma Quarta und Forma Quinta.

 

Das Buch

Systematisiert dargestellt sind die Kampfaktionen im Buch „Modernes Sport-Karate. Technische und taktische Grundlagen" von Dr. Rudolf Jakhel. Das Buch ist 2002 in überarbeiteter Auflage im Aachener Meyer & Meyer Verlag unter der ISBN 3-89124-903-9 erschienen (1. Auflage 1989, Hans Putty Verlag: Wuppertal, ISBN 3-87650-056-7).

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Das Buch ist auch in folgenden Sprachen erschienen:

Englisch (Modern Sports Karate, 2nd ed., 2001, ISBN 1-84126-042-8)

Tschechisch (Moderní sportovní karate, 1992, ISBN 80-901435-0-4)

Slowenisch (Moderni športni karate, 1994, ISBN 961-6016-06-7)

Albanisch (Karate sportive moderne, 1996, ISBN 961-6016-06-07)